Ob als Pfadfinder, Rettungsschwimmer, Schweißer, Verkäufer oder heute in der IT: Franz Winkler (35) sieht keine Hindernisse, sondern Lösungen und zeigt, dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist.
Manche Lebensläufe wirken wie ein Zickzack. Bei Franz Winkler ist das nur der erste Eindruck. Was wie viele unterschiedliche Wege aussieht, folgt bei näherem Hinsehen einem erstaunlich klaren Bild: Ein Mann, der immer dasselbe getan hat.
Probleme lösen.
Franz hatte schon viele Berufe hinter sich. Der entscheidende Wendepunkt kam, als er am Digital Campus Vorarlberg die Ausbildung zum Software Developer machte. Damit legte er den Grundstein für den Quereinstieg und konnte in der IT Fuß fassen. Heute arbeitet er bereits in einem Unternehmen als Schnittstelle zwischen Mitarbeitenden, Prozessen und Technik, betreut Applikationen, macht Support und begleitet Weiterentwicklungen von Software.
Doch für Franz war dieser erste Schritt nicht das Ziel, sondern der Anfang. Obwohl er längst in der IT arbeitet, drückt er weiter die Schulbank: Derzeit macht er den nächsten Lehrgang im IT-Bereich, den IT Netzwerk- & Cloudadministrator. Und zwar neben dem Beruf. Vollzeitjob, dazu wöchentlich Kurstage, einer davon direkt nach der Arbeit bis in den Abend hinein. Er hat dafür sogar sein Arbeitszeitmodell angepasst, um die Weiterbildung möglich zu machen.
Dass er diesen Weg geht, passt zu ihm. Franz ist keiner, der beim ersten Hindernis stehen bleibt. In seinem Arbeitsalltag sucht er nicht nur Fehler, sondern Ursachen. Oft, sagt er, sei das vermeintliche Technikproblem in Wahrheit ein Prozessproblem. Dann geht er zu den Leuten, schaut es sich vor Ort an, denkt mit, fragt nach und entwickelt mit ihnen eine bessere Lösung.
Dieser Blick zieht sich durch sein ganzes Leben. Als Pfadfinder übernimmt er seit Jahren Verantwortung, als Rettungsschwimmer bereitet er in Kursen Menschen auf den Ernstfall vor, als Verkäufer hatte er mit Menschen zu tun und als Schweißer mit Präzision und Handwerk. Nichts davon war umsonst. Alles davon arbeitet heute noch mit.
Vielleicht liegt genau darin der Kern dieser Geschichte: Ein Berufsleben muss nicht geradlinig sein, um stimmig zu werden. Man kann erst etwas lernen, dann noch einmal neu anfangen, dann noch einmal weitergehen. Franz hat zuerst die Ausbildung zum Software Developer gemacht. Jetzt baut er nebenberuflich schon die nächste IT-Ausbildung darauf auf. Nicht, weil er zu spät dran wäre. Sondern weil Entwicklung keine Limits kennt.