Eigentlich arbeitet Jakob Wischenbart als IT-Techniker in Vollzeit. Doch dann kam der Digital Campus Vorarlberg auf ihn mit einer Idee zu: Ein neuer IT-Lehrgang. Was zuerst in einem spontanen Meeting besprochen wurde, wurde schnell konkret: „Ich habe einfach ja gesagt“, erzählt er. Seither ackert er auch noch an den Abenden als Trainer für die neuen IT-Lehrgänge. Warum tut er das?
„Ich wollte nicht nur Vollzeit arbeiten gehen, sondern noch etwas dazu machen, etwas Unabhängiges“, sagt er. Den Anstoß gab der Kurs Train the Trainer. „Da habe ich gewusst: Ich möchte Wissen vermitteln.“ Dass ihm das liegt, hatte er schon länger gemerkt: „Es fällt mir leicht, Leuten etwas verständlich beizubringen.“
Der Start war ein Sprung ins kalte Wasser. Eine Woche vor Beginn stand fest: genug Anmeldungen für den Junior-Client-Administrator, es geht los. Rund siebzig Einheiten umfasste der erste Durchgang, der ein solides Fundament legte: zuerst die Grundlagen, auf denen sich alles Weitere aufbauen lässt.
Wofür sich der Aufwand lohnt, zeigt sich an den Menschen, die den Lehrgang durchlaufen haben. „Mir ist eigentlich jeder hängengeblieben“, sagt Jakob. Und egal, welche Hürde sich stellte, ob sprachlich, fachlich oder durch persönliche Einschränkungen, etwa wenn eine Teilnahme vor Ort nicht möglich war: Am Ende fand sich immer ein Weg. So ließ sich der ursprünglich hybride Kurs auch für die Praxisübungen zu 100 % remote anbieten.
Und das zahlt sich aus: Gleich drei Teilnehmende fanden noch während der Kurszeit eine Stelle. Der derzeitige Lehrgang ist damit genau das, was er sein soll: ein Sprungbrett. Und nebenbei entstand etwas, das kein Lehrplan vorschreibt. „Wir haben eine richtig coole, dynamische Truppe entwickelt“, erzählt Jakob. Aus Kursteilnehmer:innen wurden Freunde. Ein Klassentreffen ist so gut wie beschlossen. „Von Anfang bis Ende ist mir die Gruppe im Kopf geblieben.“
Im Zentrum steht eine einfache Idee: Verständnis schaffen. Wie funktioniert das eigentlich im Hintergrund, wenn jemand einfach nur Cloud-Apps benutzt? „Im Kern steht immer das Gleiche an Infrastruktur“, sagt Jakob. „Es ist nur groß skaliert.“ Wer das einmal begriffen hat, kann IT auch Menschen erklären, die sonst nichts damit am Hut haben, ein Weitblick, der wertvoller ist als jedes einzelne Werkzeug. „Das hat mir massiv geholfen.“
Dass es solche Kurse braucht, zeigt ein Blick auf die Region. Es gibt einige potenzielle Arbeitskräfte für Jobs in der IT, und hierfür sollten die Möglichkeiten auch genutzt werden, um einen Einstieg zu schaffen, egal ob jung oder alt.
Genau hier setzt der Digital Campus an: Quereinsteiger:innen fördern, den Nachwuchs mitnehmen, Wissen nachhaltig und so praxisnah wie möglich weitergeben, nicht als einmalige Aktion, sondern als Weg, der weiter ausgebaut werden soll. „Darum mache ich es auch gerne“, sagt Jakob. „Wissen vermitteln ist einfach total cool.“
Am schönsten ist vielleicht, dass hier jemand vorne steht und anderen die Tür öffnet, durch die er selbst einmal gegangen ist. Falsche Bescheidenheit ist dabei nicht seine Sache: „Man darf sich feiern und stolz sein. Auch zeigen, was man leistet.“