„Früher gab’s eine Masse Bewerber für eine freie Stelle“, erinnert sich Michaela Kartnaller. Doch nicht nur beim Dornbirner Forschungsinstitut v-research haben sich die Zeiten geändert. Auch Matthias Burtscher, CEO des Softwarehauses Fusonic im Götzner Wirtschaftspark, fischt in einem ausgetrockneten Fachkräftemarkt. Beide Unternehmen haben sich wie auch die Vorarlberger Illwerke, Blum, Omicron, Antiloop, Gebrüder Weiss, Gantner Electronic und Alpla als Partner dazu entschlossen, die ersten Absolventen des Coding Campus einen Monat lang zu beschäftigen. Und vielleicht dann zu behalten. „Denn wir suchen laufend“, unterstreicht Burtscher. Die fünfmonatige Ausbildung gleicht so einer Eintrittskarte.
Schon eine Warteliste
Coding Camps schießen weltweit wie Pilze aus dem Boden. Ob Lambda School, 42 oder AW Academy, ob in Paris, San Francisco oder jetzt eben in Dornbirn: Die Programmierschulen können gar nicht rasch genug ausbilden, so sehr steigt die Nachfrage nach guten Kräften. Deshalb verwundert es auch nicht, dass sich beim Digital Campus Vorarlberg für die fünfmonatige Ausbildung zum Coder bereits eine Warteliste füllt.
Anfang Juli und Anfang September stellen sich die Interessenten:innen am Coding Campus für die beiden ersten Lehrgänge einem einwöchigen Assessment – im Sommer jeweils am Abend berufsbegleitend, im Herbst tagsüber (Vollzeit). Die Ausbildungsprogramme selber starten dann am 16. September 2019 und am 11. Februar 2020.
In Theorie und Praxis
Willkommen sind Neulinge, Quereinsteiger und Talentierte. Der Coding Campus bildet sie in fünf Monaten zu Programmierer:innen, Softwareentwickler:innen und Coder:innen und aus. Die Ausbildung erfolgt praxisnah und ergebnisorientiert. Nach 500 Unterrichtseinheiten erwartet die Studenten:innen ein einmonatiges Praktikum in einem der Partnerunternehmen. Am Ende der Ausbildung halten sie ihr eigenes Portfolio der selbst programmierten Arbeiten in der Hand und können direkt in Ihren neuen Beruf starten. Möglicherweise gleich in jenem Unternehmen, das sie auf einem Praktikumsplatz mit ausgebildet hat. Die fünf Monate sind ambitioniert.
Aber wenn sie wirklich interessiert sind und Engagement zeigen, ist das auch möglich.
MATTHIAS BURTSCHER Fusonic
Jedenfalls werden die Praktikanten:innen in den Unternehmen an realen Projekten mitarbeiten. Bei Fusonic bedeutet das in der Regel, Datenschätze zu heben und fruchtbar zu machen, von denen die Kunden oft gar nicht wissen, was sie da besitzen. Mal sollen die Kunden:innen einer Versicherung ihre Verträge online einsehen können, mal braucht ein großer Baumaschinenhersteller ein komplettes Verkaufssystem. Ein Auftrag gleicht dem anderen. Spannung ist garantiert.