Frauen in die digitale Welt!

Weibliche IT-Spezialistinnen sind wie Perlen – selten zu finden und äußerst wertvoll. Dabei sind sich Arbeitgeber einig: Mehr Frauen in der IT und speziell in der Software-Entwicklung wären ein Gewinn für alle.

Man muss lange tauchen, um diese Perlen zu entdecken und vereinzelt findet man sie auch in Vorarlberger Unternehmen. Die wiederum wissen ihre weiblichen IT-Mitarbeiterinnen sehr zu schätzen – und räumen mit Vorurteilen auf. Beispielsweise, dass sich nur wenige Mädchen für Technik interessieren. Viele wissen einfach nicht, wieviel Spaß IT macht und was man alles erreichen kann. Elternhaus, Schule und Gesellschaft müssen sie lediglich dazu ermutigen. Ein weiteres Vorurteil: In der IT geht es ausschließlich darum, rationale und berechenbare Probleme zu lösen. Es steht jedoch immer der Mensch, der die Lösungen nutzt, im Mittelpunkt. Mit all seinen Emotionen, Ängsten und Träumen, in die sich gute ProgrammiererInnen einfühlen müssen. Und drittens: Logisches Denken ist männlich und es ist etwas Außergewöhnliches, wenn sich Frauen in diese Domäne „verirren“. Aber: Die Fähigkeit zum logischen und analytischen Denken hängt nicht vom Geschlecht, sondern von der jeweiligen Person ab.

Stereotype nur im Kopf

„Code ist geschlechtslos. Man kann an einem geschriebenen Code nicht erkennen, ob ihn eine Frau oder ein Mann geschrieben hat.“ Die gebürtige Ungarin Lilla Fésüs ist bei FUSONIC in Götzis als Lead Developer in der Frontend Entwicklung tätig. Sie kam für ein Praktikum nach Vorarlberg, „verliebte sich Hals über Kopf ins Ländle“ und blieb, nachdem sie ihr Studium der Medieninformatik an der Technischen Universität in Wien abgeschlossen hatte. Schon als kleines Mädchen habe sie es bewundert, wenn ihr Vater, ebenso Informatiker wie ihre Mutter, unverständlichen Text in den Computer getippt und daraus etwas Greifbares geschaffen habe. Oder, „wenn mich meine Mutter in den Sommerferien mit zur Arbeit nahm und ich an Excel-Tabellen und Diagrammen herumbasteln durfte.“ Mit Neugier, Spaß und Learning by Doing hat Lilla das Programmieren gelernt. Die Freude und Erfolgsmomente seien unbeschreiblich, wenn ein Code kompiliert ist und sie das Ergebnis sehen kann. Sie gehe anders an Problemlösungen heran als ihre männlichen Kollegen, möchte das aber nicht am Geschlecht festmachen, denn „diese Stereotypen existieren nur in unserem Kopf.“

Spannend und flexibel

So sieht das auch Noelia Lopez. Die Spanierin leitet bei GANTNER Electronic in Schruns das Quality & Test Team. Sie habe zwar schon die Erfahrung gemacht, dass sich Frauen vor allem am Anfang mehr beweisen müssten als Männer. „Ich sehe das aber kulturell bedingt und dass man Mädchen sehr lange suggeriert hat, sie seien für diese Berufe nicht so geeignet wie Jungs.“ Sie selbst sei immer schon fasziniert gewesen von Technik und Computern. „Es ist wie ein Zauber für mich: Du schreibst etwas und der Computer setzt das dann um.“ Noelia schätzt die spannenden Aufgaben. Und die Flexibilität. Denn Homeoffice sei in ihrem Metier fast immer möglich, es gebe immer Aufgaben, die man in remote machen könne. Ein Vorteil, gerade wenn man daran denkt, eine Familie zu gründen.

Kreativität ist gefragt

Sich nicht zwischen Kind und Karriere entscheiden zu müssen, empfand auch die Software-Testmanagerin bei SERVUS Intralogistics in Dornbirn als positiv. Die studierte Mathematikerin und Informatikerin möchte namentlich nicht genannt werden, da sie erst vor einem Monat zu ihrem jetzigen Arbeitgeber wechselte. „Als mein Sohn noch klein war, war es sehr hilfreich, dass ich viel im Homeoffice machen konnte.“ Nach einem Abstecher in ein Medizinstudium stellte die Kroatin schnell fest, dass doch die Welt des kombinatorischen und analytischen Denkens die ihre ist. „Ich werde oft gefragt, ob es nicht langweilig ist, den ganzen Tag Software zu testen. Aber es gibt so viel Kreativität in diesem Job. Und wir arbeiten ja mit Robotern, das ist extrem interessant.“ Sie fühle sich sehr wohl im Team, in dem sie die einzige Frau sei. Frauen gingen oft strukturierter und mit einem klaren Plan an Aufgaben heran, während Männer eher schneller ins Tun kommen.

Wie ein Spiel

Diese Erfahrung teilt auch Sabine Bär, Senior Web Developer bei MASSIVE ART in Dornbirn. „Die richtige Mischung macht’s.“ Die Bregenzerwälderin studierte an der FH Vorarlberg Informatik und Software-Engineering. „Beim Programmieren lernt man immer viel autodidaktisch. Man kann zwar in Vorlesungen gehen, ein wirkliches Verständnis entwickelt man aber erst, wenn man sich selbst daran versucht.“ Sie liebt die Abwechslung in ihrem Beruf, sowohl inhaltlich als auch technisch, und dass sie mit vielen verschiedenen Branchen zu tun hat.

„Mit jeder Aufgabe steht man vor einem neuen Rätsel, das es zu lösen gilt. Man arbeitet sich Schritt für Schritt vor, freut sich über alles, was – manchmal überraschenderweise – funktioniert und kann dann gar nicht mehr aufhören. Manchmal ist es wie ein Spiel, bei dem man unbedingt noch den nächsten Level schaffen will, bevor man Feierabend macht.“ Große Meilensteine sind für Sabine, wenn nach einer längeren Entwicklungsphase verschiedene Komponenten, Services und Technologien im Produktivbetrieb zusammenspielen und ein großes Ganzes entstanden ist.

Welt steht offen

Dass man am Ende ein Produkt sieht, das man herzeigen kann, macht auch für Barbara Fellner den Reiz dieses Berufes aus. Die Oberösterreicherin ist Frontend Developer bei TOWA in Bregenz. Noch. Denn sie ist gerade drauf und dran, sich ihren Traum vom digitalen Nomadenleben zu erfüllen. Ihr Plan: sich ab kommendem Februar selbstständig zu machen und ab Mitte 2019 als digitale Nomadin die Welt zu erobern. Vorher aber geht’s noch nach Indonesien: „TOWA bietet die Möglichkeit, einmal im Jahr für zwei Wochen im Ausland zu arbeiten. Im Jänner 2019 fliegen sieben von uns nach Bali.“

Exzellente Jobaussichten 

Die Digitalisierung bietet Frauen ausgezeichnete Chancen, sich abseits der „typisch weiblichen“ Berufe zu verwirklichen. Am Digital Campus Vorarlberg wollen wir Frauen dazu ermutigen. Sei es als Programmier-Anfängerin beim Coding Campus, in einem der zahlreichen Module der Digital Masterclasses oder mit diversen Digital Studies: Die breite Ausbildungspalette bietet die Möglichkeit, sich eine Grundlage für den Start in die digitale Welt zu schaffen.

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